Häufige Fragen

1. Sind Zahnspangen schmerzhaft?

In den ersten 3-7 Tagen, wenn die Zahnbewegung einsetzt, kann es zu leichter Druckempfindlichkeit der Zähne kommen. Das Fremdheitsgefühl dauert ca. 1 Woche, bis du dich an deine feste Zahnspange gewöhnt hast.

2. Muss ich auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten?

Vor allem harte und klebrige Speisen sind ungünstig und können die Apparatur beschädigen.

3. Kann ich normal sprechen mit Spange?

Bei der festsitzenden Spange gibt es keine Probleme mit der Aussprache. Anders ist das bei der innen angebrachten Lingualspange, hier kann die Aussprache von S-Lauten 1-2 Wochen eingeschränkt sein. Bei herausnehmbaren Apparaturen ist der Zungenraum eingeengt, und die Lautbildung etwas verändert.

4. Ab welchem Alter sollte ich mein Kind zum Kieferorthopäden bringen?

Zwischen dem fünften und sechsten Lebensjahr ihres Kindes, wenn die ersten bleibenden Zähne kommen, sollten Sie Ihren Zahnarzt fragen, ob eine kieferorthopädische Behandlung nötig ist. Generell jedoch kommen Kinder ab dem zehnten Lebensjahr zu uns zum Beratungsgespräch.

5. Bezahlt die gesetzliche Krankenkasse die kieferorthopädische Behandlung?

Bis zum 18. Lebensjahr wird die kieferorthopädische Behandlungsnotwendigkeit anhand eines KIG-Schemas eingestuft (siehe unten). Greift die Kassenleistung, übernimmt die Krankenkasse die Kosten komplett.

  • Nach dem 18. Lebensjahr ist die kieferorthopädische Behandlung eine Privatleistung. Ausnahme: Es liegt eine kombinierte kieferorthopädische / kieferchirurgische Behandlung vor. Dies betrifft vor allem ausgeprägte Kieferfehlstellungen.
  • Bitte lassen Sie sich individuell bei uns beraten.

6. Wie oft muss ich zur Kontrolle kommen und wie lange dauert meine Behandlung?

Bei herausnehmbaren Spangen sind Kontrolltermine etwa alle acht Wochen, bei festen Apparaturen etwa alle vier bis acht Wochen. Die weitere Dauer der Behandlung hängt ganz vom Ausmaß der Fehlstellung ab. Deshalb kann die Behandlungszeit schwanken zwischen ½ bis 3 Jahren.

7. Können Schäden durch die feste Zahnspange an den Zähnen entstehen?

Auf keinen Fall!! Nur du kannst dir schaden, wenn du deine Zähne nicht gut pflegst. Das Putzen dauert länger und ist schwieriger, aber wir helfen dir dabei.

8. Bemerkt man die Spange beim Küssen?

Wer lässt sich denn von einer Spange abhalten?
 

Wichtige Information für gesetzlich Krankenversicherte!

KIG - Das Schema zur Einstufung des kieferorthopädischen Behandlungsbedarfs anhand kieferorthopädischer Indikationsgruppen

Die Zuordnung zu einer Behandlungsbedarfsgruppe findet unmittelbar vor Behandlungsbeginn statt.

Anlage 1 zu Abschnitt B Nr. 3 der KFO-Richtlinien
(überarbeitete Version: KZBV Schreiben vom 23.08.2006)

Behandlungs
bedarf
Grad 1 2 . 3 4 5
Kraniofaciale
Anomalien
A . . . . Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bzw.
andere kraniofaciale Anomalie
Zahnunterzahl
(Aplasie oder Zahnverlust)
U . . . Unterzahl
(nur wenn präprothetische Kieferorthopädie oder kieferorthopädischer Lückenschluss indiziert)
.
Durchbruchsstörungen S . . .. Retention
(außer 8er)
Verlagerung
(außer 8er)
Sagittale
Stufe
distal D bis 3 mm über 3,
bis 6 mm
. über 6, bis 9 mm über 9 mm
(bei Habit)*
mesial M . . . 0 bis 3 mm über 3 mm
Vertikale
Stufe
offen
(auch seitlich)
O bis 1 mm über 1,
bis 2 mm
über 2,
bis 4 mm
über 4 mm
habituell offen
(bei Habit)*
über 4 mm
skelettall offen
tief T über 1, bis 3 mm über 3 mm,
ohne/mit
Gingivakontakt
über 3 mm,
mit traumatischem
Gingivakontakt
. .
Transversale
Abweichung
B . . . Bukkal- / Lingualokklusion .
K . Kopfbiss beidseitiger
Kreuzbiss
einseitiger
Kreuzbiss
.
Kontaktpunktabweichung
Engstand
(in der Front )*
E unter 1 mm über 1,
bis 3 mm
über 3,
bis 5 mm
über 5 mm .
Platzmangel
(distal der seitl. Schneidezähne)*
P . bis 3 mm über 3,
bis 4 mm
über 4 mm .

 

Es reicht, wenn ein Patient in einer Befundgruppe einen Schweregrad größer als 2 erreicht, dann wird die Behandlung komplett von der Krankenkasse übernommen. Es gilt also bei mehreren Anomalien diejenige mit der stärksten Ausprägung.

Beginn der Behandlung (Grundsatzregelung):

Kieferorthopädische Behandlungen sollen nicht vor Beginn der 2. Phase des Zahnwechsels (spätes Wechselgebiss) begonnen werden. (gem. B Nr. 7 KFO-Richtlinien)**

Ausnahmefälle für Kfo-Maßnahmen vor Beginn der 2. Phase des Zahnwechsels: (gem. B Nr. 8 KFO-Richtlinien)

a) Beseitigung von Habits bei einem habituellen Distalbisss mit dem Behandlungsbedarfsgrad D 5 oder einem habituell offenen Biss mit dem Behandlungsbedarfsgrad O 4,
b)

Offenhalten von Lücken infolge vorzeitigem Milchzahnverlust,

c) Frühbehandlung eines Distalbisses mit dem Behandlungsbedarfsgrad D 5, eines lateralen Kreuz- oder Zwangsbisses mit dem Behandlungsbedarfsgrad K 3 oder K 4, sofern dieser durch präventive Maßnahmen (Einschleifen) nicht zu korrigieren ist, einer Bukkalokklusion (Nonokklusion) permanenter Zähne mit dem Behandlungsbedarfsgrad B 4, eines progenen Zwangsbisses/frontalen Kreuzbisses mit dem Behandlungsbedarfsgrad M 4 oder M 5 oder die Behandlung zum Öffnen von Lücken mit dem Behandlungsbedarfsfgrad P 3.

Die Frühbehandlung soll nicht vor dem 4. Lebensjahr begonnen werden und innerhalb von sechs Kalenderquartalen abgeschlossen werden.

(Anmerkung der Redaktion: KIG Einstufung für Frühbehandlungen ist in der Tabelle oben grün markiert!)

(Anmerkung der Redaktion: Eine Frühbehandlung im Sinne der Nr. 8 Buchstabe c der Kfo-Richtlinie kann längstens 6 Quartale andauern. An die Frühbehandlung kann sich jedoch eine reguläre kieferorthopädische Behandlung anschließen, deren Voraussetzung - zweite Wechselgebissphase - erfüllt sein muss.)

d) Frühe Behandlung einer Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte oder anderer kraniofacialer Anomalien, eines skelettal-offenen Bisses mit dem Behandlungsbedarfsgrad O 5, einer Progenie mit dem Behandlungsbedarfsgrad M 4 oder M 5 oder von verletzungsbedingten Kieferfehlstellungen.

** Anmerkung der Redaktion: Andere Ausnahmen von diesem Grundsatz (Nr. 7) gibt es nicht!

Die Maßnahmen nach den Nummern 8 c und d beinhalten den Einsatz individuell gefertigter Behandlungsgeräte.